Bald wird uns in Deutschland die Energie aus der Atomkraft nicht mehr zur Verfügung stehen. Manch einer mag darüber traurig sein, der normale Bundesbürger befürwortet dies, wie Umfragen zeigen. Ein solch hochindustrialisiertes Land wie Deutschland, das Strom in stetig steigender Menge benötigen wird, muss die Energie künftig aus anderen Quellen beziehen. Da technologisch nicht anders möglich derzeit werden die Kohlekraftwerke künftig die Versorgung mit der Grundlast sicherstellen.
Neue Energiequellen entwickeln sich langsam
Seit Jahrzehnten sind Windräder und Sonnenkollektoren im Kommen, aber sehr sehr langsam. Erst seit etwa zehn Jahren gibt es einen merklichen Aufschwung bei der Technologie und der Förderung regenerativer Energiequellen. Solarzellen werden immer preiswerter und energieeffizienter, Windräder immer größer und leistungsfähiger. Mittlerweile beträgt die Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie etwa 20 % des Energieaufkommens in Deutschland. Also leider immer noch ein Nischenprodukt. Dass sich das ändern muss, und zwar sehr schnell, ist allen klar. Hier ist die große Chance für Deutschland als einem der führenden Länder in Wirtschaftskraft und Technologie in der Welt, seine hervorragenden wissenschaftlichen und technischen Potenziale zu entwickeln und zu nutzen. Denn die Nutzung der regenerativen Energiequellen steht weltweit erst am Anfang.
Welches sind diese Energiequellen
Wind und Sonne sind bekannt, Wasserkraft auch. Regenerativ sind sie deshalb, weil sie stets von Neuem entstehen, ganz alleine, kostenlos. Regenerativ in diesem Sinne ist jedoch auch die Produktion von Biomasse, die zur Energieerzeugung genutzt wird. Sie entsteht zwar nicht von alleine und schon gar nicht kostenlos, kann aber immer wieder hergestellt werden. Das kann in Deutschland und Europa durchaus wichtig für eine zukunftsfähige Landwirtschaft sein. Immer mehr Felder werden von den Bauern aufgegeben, weil sich Erzeugung von Nahrungsmitteln für sie nicht rentiert. Auf diesen Flächen können Bioprodukte angebaut werden, die auf verschiedensten Wegen zu Strom verarbeitet werden können.
Energie statt Nahrung?
Die Menschheit hat Energiehunger und die Menschheit hat Hunger. Nur die Orte dieses Hungers sind verschieden. Zur Beseitigung des menschlichen Hungers ist die Nahrungsmittelproduktion vor Ort erforderlich. Der Energiehunger dagegen kann gestillt werden durch den Transport der Energie über größere Entfernungen. Es stellt sich also die Frage für jeden Energiebauern, der künftig Strom anbaut, ob er durch seine Produktion von Strom auf dem Feld Menschen in anderen Ländern hungern lässt. Dies kann man getrost verneinen. Denn der Mais, der in Brandenburg produziert wird, wird niemanden in Afrika satt machen können. Und so wird es denn kommen, dass der Bauer nicht mehr den Kühlschrank der Städter innen versorgt, sondern seinen Motor.
Stromleitung
Regenerative Energien werden nicht dort erzeugt werden können, wo die größten Energieverbraucher sitzen. Das ergibt sich aus den geographischen Gegebenheiten. Demzufolge müssen Elektroleitungen vom einen zum anderen die Versorgung sichern. Dabei ist es nicht unbedingt erforderlich, wie von der großen Politik derzeit propagiert, überall riesige Hochspannungsüberlandleitungen neu zu schaffen. Sicherlich wird das an der einen oder anderen Stelle notwendig sein, aber weit weniger, als bisher an die Wand gemalt wird. Durch intelligent gesteuerte Netze können Windparks und Solaranlagen an örtliche Versorger angeschlossen werden, Verbraucher, die nicht immer am Netz sein müssen, bei viel oder wenig Wind oder Sonne ein- und ausgeschaltet werden.
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