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Der Nutzen der Wasserkraft

Vorteile der WasserkraftDie Wasserkraft spielt in Deutschland, geographisch bedingt eine sehr untergeordnete Rolle bei der Erzeugung von Elektroenergie. Selbstverständlich werden an den Orten, wo der Bau von Talsperren möglich ist, diese auch zur Gewinnung von Elektroenergie genutzt. Deutschland ist jedoch ein sehr dicht besiedeltes Land und Talsperren haben einen sehr großen Flächenverbrauch. Man wird Talsperren daher vorwiegend an Orten bauen, an denen dies aus wasserwirtschaftlichen Gründen erforderlich ist. Die Erzeugung von Elektroenergie ist dann ein erwünschtes Nebenprodukt.

Deutschland ist zu dicht besiedelt

Eine Talsperre, deren Bau für die Nutzung von Wasserkraft zur Elektroenergieerzeugung notwendig ist, erfordert die entsprechenden geologischen Gegebenheiten. Es muss sich um ein großes Tal handeln, deren Untergrund und Seiten stabil sind. Solche Orte sind in Deutschland kaum noch vorhanden. Deshalb werden voraussichtlich Talsperren in Deutschland nicht neu angelegt werden können. Um die Wasserkraft dennoch zu nutzen, kann man die Kraftwerke in den Talsperren sicherlich modernisieren und energieeffizienter gestalten. Auch der Bau des einen oder anderen Pumpspeicherwerks ist vielleicht noch möglich. Im Großen und Ganzen wird die Wasserkraft in Deutschland jedoch weiterhin nur marginal einsetzbar sein.

Die Ressourcen der Natur im Ausland nutzen

In den nordischen Ländern, insbesondere in Schweden und Norwegen, sieht es mit der Nutzung der Wasserkraft ganz anders aus. In diesem Punkt hat die Natur diese Länder fürstlich behandelt. Das Wasser ist dort in der Lage, einen großen Überschuss an Elektroenergie zu erzeugen. Aber was nutzt uns der Strom in Norwegen, wenn wir ihnen Deutschland benötigen? Hier könnte eine große, europaweite Stromverbundleitung helfen. Über Tausende von Kilometern könnte so die Wasserkraft im Norden den Energiehunger im Süden Europas stillen.

Wasserkraft und Hochspannungsleitung

Die Idee einer europaweiten Stromverbindung, am besten gleich verlängert bis Afrika, steht im Raum. Abgesehen einmal von den Kosten und dem Landschaftsverbrauch würde dies auch für die Zukunft eine optimale Lösung der Energieprobleme Europas darstellen. Man könnte somit die Wasserkraftreserven im Norden anzapfen und die Sonnenenergie aus Afrika einspeisen. Eine herkömmliche Hochspannungsleitung, mit Wechselstrom betrieben, würde jedoch solche Verluste auf dieser langen Strecke haben, dass der Transport sich nicht lohnt. Es muss eine neue Technologie her, das Gleichstromnetz. Wird Strom mit Gleichspannung transportiert, sind die Verluste marginal. Und mit den modernen Methoden der Halbleitertechnik lässt sich diese Technologie auch über weite Entfernungen verwirklichen.

Alternative Methoden der Energieweiterleitung

Strom kann nicht nur durch Stromleitungen transportiert werden. Es ist durchaus eine reale Technologie, aus Strom Wasserstoff zu gewinnen, am Ort der Erzeugung des Stroms. Dieser Wasserstoff wiederum wird durch einfache chemische Verfahren in Methan verwandelt. Dieses Methan, nichts anderes als Erdgas, kann durch bereits bestehende Erdgasleitungen problemlos befördert werden. In Deutschland vorhandene Erdgasleitungen hätten genügend Kapazitäten, um sämtlichen Strom, der derzeit und künftig durch alternative Energien, also auch die Wasserkraft, erzeugt wird, fortzuleiten. Aber auch diese Methoden sind noch Zukunftsmusik. Ohne eine solche aufwändige und teure Leitung ist die Nutzung der Wasserkraft in Deutschland sehr begrenzt möglich. Die einheimischen Ressourcen reichen dazu einfach nicht aus. Als Bestandteil der Grundversorgung an Elektroenergie ist die Wasserkraft leider nicht geeignet.
Bild-Urheber: mirkofoto – Fotolia

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